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Der Nationalpark der Majella |
Der Majella-Park wurde gemeinsam mit dem Park des Gran Sasso-Laga im Jahre 1991 eröffnet. Er erstreckt sich über eine Fläche von 74.095 ha in den Provinzen Pescara, Chieti und L'Aquila. Die Parkverwaltung hat ihren Sitz in Guardiagrele und Büros in Pacentro und Caramanico Terme. Die Majella ist das zweitgrösste Bergmassiv des Apennins; der Monte Amaro ist knapp 3000 m hoch. Die massive und gerundete Form ist sehr charakteristisch und kann beinahe mit einer elliptischen Kuppel verglichen werden. Die Majella begann sich vor 100 Millionen Jahren auf dem Grund eines tropischen Meeres zu bilden. Die Kalkreste der Meeresorganismen setzten sich auf dem Meeresgrund ab, bis sich dieser vor ca. 1 Million Jahren zu erheben begann und eine riesige Falte bildete, die an mehreren Stellen unterbrochen war. Trotz der reichlichen Regenfälle im Sommer und Herbst, sowie des Schnees im Winter, besitzt die Majella nur wenige Wasserläufe. Das Gebirge ist wie ein riesiger Schwamm, der das Wasser aufsaugt, in Adern und Grotten ansammelt und erst zu Tal wieder abgibt, wo sich viele Quellen befinden. Die westliche Seite ist sehr steil und hat keine Täler. Die östliche Seite hingegen ist etwas sanfter, aber durchfurcht von langen, grossen Tälern. Über 2100 Metern Höhe zeigt die Majella die Zeichen der Gletscher-Erosion, die vor 10000 Jahren stattfand. Hier sieht die Landschaft aus wie eine riesige, gewellte Tafel, die jedoch durch sehr schroffe Kämme und Gipfel belebt wird. Die Majella dominiert die Landschaft der Abruzzen, indem sie sich zwischen dem Meer und der Kette des Apenninen-Gebirges erhebt. Ausser dem höchsten Berg, dem Monte Amaro (2795 m), gibt es ca. 30 weitere Berge, die höher als 2000 m sind, wie z.B. der Monte Acquaviva (2737 m), Cima delle Murelle (2596 m), Monte Focalone (2676 m) und Tavola Rotonda (2403 m.). Da es sich um ein sehr karsisches Gebirge handelt, sind zahlreiche Grotten vorhanden, unter denen die “Grotta del Cavallone” die bedeutendste ist; hier kann man den Ablauf von verschiedenen geologischen Zyklen beobachten. Der Dichter D’Annunzio wählte diese Grotte für den zweiten Akt der “Figlia di Iorio” (Jorios Tochter).
Im geographischen Herzen der Abruzzen gelegen, stellt die Majella seit Menschengedenken für die Bewohner dieser Region das “Muttergebirge” dar. Sogar Plinius der Ältere bezeichnete sie als “Vater der Berge”, um seiner Liebe und seinem Respekt für dieses Gebirge Ausdruck zu verleihen. Im Mittelalter zogen sich zahlreiche Eremiten hierher zurück, darunter Pietro Angeleri, der spätere Papst Coelestin V. Eremiteien und Abteien entstanden in grosser Zahl, wie z.B. die berühmte Eremitei Spirito Santo, ein nationales Monument, sowie Grotten, wie die Eremiteien S. Giovanni, S. Antonio und S. Angelo. Eindrucksvoll ist die Abtei S. Liberatore a Majella, in der Nähe von Serramonacesca, eine der räpresentativsten romanischen Kirchen. Zahlreich sind auch die historischen Zentren von grossem Interesse: Caramanico, Guardiagrele, Palena, Pretoro, Pescocostanzo Roccacaramanico, Roccacasale, Popoli, Cansano und Pacentro.
So erreicht man den Park
Mit dem Auto über die Autobahn A25 Roma-Pescara, Ausfahrten Sulmona, Bussi, Torre de' Passeri, Alanno Scafa. In der Gegend von Chieti und Lanciano kann man die Staatsstrassen 263 – 84 nehmen. Von L’Aquila aus die Staatsstrasse 17. Wer den Park mit dem Zug erreichen möchte, kann die Bahnlinien Roma-Sulmona-Pescara benutzen (Bahnhöfe sind in Sulmona, Pratola Peligna, Corfinio, Popoli, Bussi, Tocco-Castiglione, Torre de' Passeri, Piano d'Orta-Bolognano, Scafa-Caramanico und Alanno Manoppello). Über die Linie Sulmona-Carpinone erreicht man die Gemeinden Cansano, Campo di Giove, Palena und Rivisondoli-Pescocostanzo. |
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Wölfe und wilde Katzen leben seit jeher im Park. Der Braunbär der Marsica-Berge ist erst seit einigen Jahren hierher zurückgekehrt, höchstwahrscheinlich aus dem nahen Nationalpark der Abruzzen. Ausserdem leben hier Gemsen, Hirsche und Rehe, die von der Forstverwaltung eingeführt wurden, um ein natürliches Gleichgewicht zwischen Jägern und Beute herzustellen. In den Wäldern leben ausserdem Füchse, Marder, Wiesel, Stinktiere, Siebenschläfer, Steinmarder und Haselmäuse. 130 Vogelarten leben hier, darunter der mittlerweile selten gewordene Königsfalke, der Wanderfalke, der Würgfalke, der Königsadler, Feldeggsfalke, Habicht, Uhu und der Regenpfeifer, der in Italien nur in der Majella nistet, sowie Baumfalke, Turmfalke, Sperber und Mäusebussard. Unter den nächtlichen Raubvögeln finden wir u.a. Schleiereulen, Zwergohreulen und Nachteulen. Von grossem Interesse ist auch der Parnassus Apollo, ein grosser Schmetterling mit fast durchsichtigen Flügeln mit runden, rot und schwarz umrandeten Flecken. Dieses Tier ist so selten, dass es als einziges Insekt der Abruzzen von der Konvention von Washington über den internationalen Handel mit vom Aussterben bedrohten Rassen geschützt wird. |
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Flora und natürliche Lebensräume
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Im Nationalpark der Majella befindet sich eine Vielzahl von natürlichen Lebensräumen; die unterschiedlichen Vegetations-Gürtel sind gut sichtbar. In den niedrigen Regionen befinden sich Mischwälder mit Bäumen wie Zerreiche und Flaumeiche, ausserdem Ahorn, Hainbuchen, Eschen und auf den sonnigeren Abhängen sogar Steineichen, ein mediterraner Baum, der die Wärme liebt. In den Regionen von 900-1200 m bestehen die Wälder aus Goldregen, der hier so häufig vorkommt, dass es glaubwürdig erscheint, dass der Name “Majella” von “Maio” stammt, der Name, den die antiken Bewohner der Gegend dieser Pflanze gaben. Ausserdem wachsen hier Bergahorn, Schwarzkiefer und ein grosser Streifen Buchenwald, der sich bis 1800 m Höhe ausdehnt. Nach diesem Buchenstreifen wachsen niedrige Sträucher, wie z.B. Zwergkrüppelkiefern oder Bergginster. Über 2200 Metern, wo das Ambiente von Kälte und Wind beeinflusst wird, findet man grosse Hochwiesen; hier wachsen zahlreiche Blumenarten, von Berganemonen über Silberwurz bis hin zum mittlerweile äusserst seltenen Edelweiss des Apennins und sogar einem Baum, der Zwergweide, die an die Felsen geklammert wächst. Unter den mehr als 1700 Blumenarten der Majella nennen wir zausserdem Aquilegia Ottonis, Campanula Cavolinii, Saxifraga Porophylla, Gemswurz und Viola Eugeniae. |
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Exkursionen zu Fuss, mit dem Mountain-Bike und zu Pferd. Didaktische Exkursionen mit Führung. Trekking. Naturfotografie. Beobachtung von Tieren. Birdwatching. Radtourismus. Klettern. Canyoning. Kanufahren auf dem Aventino. Schilanglauf in Form von Schiwanderungen und auf den Pisten von Pescocostanzo, Passolanciano und Decontra. Alpinschi. Eisklettern. |
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von Fossacesia Marina nach Campo di Giove
Beste Jahreszeiten: vom Früjahr bis zum Herbst, im Winter falls man Schilaufen möchte. Von Fossacesia Marina, der Küstengegend, die “costa teatina” genannt wird und man die Abtei von San Giovanni in Venere besuchen kann, begeben wir uns Richtung Lanciano. Von hier aus, über die Strasse S.S. 363 geht es durch ein Gebiet, das von kurzen Wasserläufen durchpflügt wird, bis nach Guardiagrele. Diese Stadt ist berühmt für das florierende Kunsthandwerk, vor allem in den Bereichen des Kupfers und Schmiedeeisens; ausserdem ist sie reich an bedeutenden und gut erhaltenen Kunstwerken und bietet eine herrliche Aussicht auf die Majella. Das Panorama und der direkte Kontakt mit der Natur werden immer faszinierender, wenn man auf der S.S. 263 und 84 fährt. Im Sommer sollte man das Gebiet “Balzolo” bei Pennapiedimonte und die Quellen des Flusses “Verde” bei Fara San Martino besuchen, mit einer kurzen Exkursion zum Taranta-Tal und den Cavallone-Grotten. Falls Sie bei kälterem oder schlechterem Wetter in die Gegend kommen, bietet sich ein Besuch der Ortschaft Palena an. Von Palena aus kommt man zu dem Pass von Forchetta, der zur Hochebene von Pescocostanzo in der Provinz L'Aquila führt. In der Nähe befinden sich Rivisondoli und Roccaraso, die bedeutenden Schigebiete von Mittel- und Süditalien, sowie die Hochebene der Cinque Miglia. So gelangen wir nach Pescocostanzo, wo man unbedingt anhalten sollte, um das gut erhaltene historische Zentrum mit den Läden der Kusthandwerker (Gold und Schmiedeeisen) zu besichtigen. Über den Wald “Bosco di S. Antonio” geht es weiter nach Campo di Giove. |
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Zum Park gehören die folgenden Gemeinden: Abbateggio, Ateleta, Bolognano, Campo di Giove, Cansano, Caramanico Terme, Civitella Messer Raimondo, Corfinio, Fara San Martino, Gamberale, Guardiagrele, Lama dei Peligni, Lettomanoppello, Lettopalena, Montenerodomo, Pacentro, Palena, Palombaro, Pennapiedimonte, Pescocostanzo, Pizzoferrato, Popoli, Pretoro, Rapino, Rivisondoli, Rocca Pia, Roccacasale, Roccamorice, Roccaraso, Salle, San Valentino in Abruzzo Citeriore, Serramonacesca, Sulmona, Taranta Peligna und Tocco da Casauria. |
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Die Berggemeinschaften der Parks
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Sechs sind die Berggemeinschaften, die im Gebiet des Parks liegen: Caramanico Terme, Castel di Sangro, Palena, Pennapiedimonte, Quadri, Sulmona. |
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Museen und Tier-Freigelände
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- Entomologisches Museum - Sulmona Tel. 0864/52333 (im August ist eine Voranmeldung erforderlich)
- Natur- und Archäologiemuseum - Lama dei Peligni Tel. 0872/916067
- Besucherzentrum des Reservats von Valle dell’Orfento - Caramanico Tel. 085/922084
- Botanischer Garten der Majella - Lama dei Peligni (beim Naturmuseum) |
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- Valle dell'Orta Tel. 085.92783-928286
- Valle del Foro Tel. 0871.898131
- Majella Orientale Tel. 0872.91221
- Bosco di Sant'Antonio Tel. 0864.641418 - 0864.641440
- Monte Rotondo Tel. 085.98226
- Valle dell'Orfento und Piana Grande della Majelletta Tel. 085.922084
- Lama Bianca Tel. 085.9201127 - 085.920116
- Feudo Ugni Tel. 0871.77555
- Fara S. Martino - Palombaro Tel. 0871.895145
- Quarto S. Chiara Tel. 0864.840706 |
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- Parkverwaltung – Vorsitz der Region Abruzzen, V.le Bovi, 425 - 65123 Pescara Tel. 085/74463
- Fremdenverkehrsämter - L'Aquila p.zza S.Maria di Paganica Tel. 0862/25140
- Besucherzentrum in Fara S.Martino - Fara S.Martino p.zza Municipio Tel. 0872/980970
- Region Abruzzen, Assessorat für Parks und Reservate - L'Aquila, C.da S.Antonio Tel. 0862/6441
- Bereich Fremdenverkehr - Pescara Via Bovio Tel. 085/7671
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